Baue SCORM-1.2-Kurse aus Text, Bild, Video und Quiz oder überarbeite bestehende SCORM-Pakete. Ohne Installation, ohne Konto und ohne dass deine Daten deinen Computer verlassen.
So baust du mit der Werkstatt einen Lernkurs, testest ihn und bringst ihn in deine Lernplattform. Du brauchst dafür keine Programmierkenntnisse.
1. Das Wichtigste in Kürze
Die Werkstatt ist ein Programm, das in deinem Browser läuft. Du baust damit Seiten aus Text, Bildern, Videos und Quizfragen. Am Ende exportierst du den Kurs als SCORM-Paket. Das ist eine ZIP-Datei, die du in dein Lernmanagementsystem (LMS) hochlädst, zum Beispiel Moodle oder ILIAS. Das LMS zeigt den Kurs dann den Lernenden und erfährt vom Kurs, wer ihn bestanden hat.
Der Ablauf besteht aus vier Schritten:
Gestalten: Seiten anlegen und mit Blöcken füllen.
Festlegen: bestimmen, wann der Kurs als bestanden gilt.
Testen: den Kurs in der Vorschau durchspielen.
Exportieren: die ZIP-Datei herunterladen und im LMS hochladen.
Gut zu wissen: Deine Kursdaten verlassen deinen Computer nicht. Alles wird im Browser bearbeitet und dort gespeichert. Es gibt kein Benutzerkonto und keine Anmeldung. Weil die Daten nur in deinem Browser liegen, solltest du wichtige Kurse zusätzlich als Datei sichern (siehe Abschnitt 9).
Beim allerersten Start findest du einen Beispielkurs („Datenschutz im Büro“). Schau ihn dir an, spiele ihn in der Vorschau durch und ändere ihn nach Belieben. Über das Menü „Projekt“ kannst du jederzeit ein leeres Projekt anlegen.
2. Die Oberfläche
Der Editor besteht aus fünf Bereichen:
Bereich
Was du dort machst
Kopfleiste (oben)
Links das Logo, daneben das Menü Start / Editor / Paket bearbeiten / Anleitung / Über. Rechts der Name deines Kurses, die Anzeige „Lokal gespeichert“, das Menü Projekt sowie die Knöpfe Vorschau und SCORM exportieren.
Kursstruktur (links)
Die Liste aller Seiten. Ein Klick wählt eine Seite aus. Mit „Seite hinzufügen“ legst du eine neue Seite direkt nach der gewählten an. Das farbige Kürzel unter dem Seitennamen zeigt die Art der Seite (Text, Quiz, Video ...).
Seiteninhalt (Mitte)
Hier bearbeitest du die gewählte Seite: Titel und Blöcke. Unten fügst du neue Blöcke hinzu.
Eigenschaften (rechts)
Einstellungen der gewählten Seite (Pflichtseite, Mindest-Verweildauer, verschieben, duplizieren, löschen) und eine Zusammenfassung, wann der Kurs bestanden ist.
Statusleiste (unten)
Zeigt die SCORM-Version, die Anzahl der Seiten und Quizfragen und die geschätzte Größe des Pakets.
3. Einen Kurs erstellen
3.1 Kursnamen festlegen
Ganz oben im Editor, über dem Seitentitel, steht das Feld „Kurstitel“. Klicke hinein und tippe den gewünschten Namen. Er erscheint im Kopf des Kurses und im LMS. Aus dem Namen wird auch der Dateiname der ZIP-Datei gebildet (aus „Datenschutz im Büro“ wird „datenschutz-im-buero.zip“). Den Dateinamen kannst du im Export-Fenster ändern.
3.2 Seiten anlegen und verwalten
Klicke links auf „Seite hinzufügen“. Die neue Seite erscheint direkt hinter der aktuellen Seite und der Titel ist zum Überschreiben markiert.
Tippe den Seitentitel ein. Er erscheint in der Seitenliste, als große Überschrift im Kurs und im Inhaltsverzeichnis des Kurses.
Füge Blöcke hinzu (siehe Abschnitt 4).
Rechts unter Seite findest du die Werkzeuge für die gewählte Seite:
Nach oben / Nach unten: verschiebt die Seite in der Reihenfolge.
Duplizieren: kopiert die Seite samt Inhalt direkt dahinter. Praktisch für ähnliche Seiten.
Löschen: entfernt die Seite nach einer Rückfrage. Das lässt sich nicht rückgängig machen. Ein Kurs braucht mindestens eine Seite.
3.3 Eigenschaften einer Seite
Seite muss besucht werden: Wenn angehakt, ist die Seite eine Pflichtseite. Je nach Abschlusskriterium (Abschnitt 5) muss sie erledigt sein, damit der Kurs als bestanden gilt. Entferne den Haken bei freiwilligen Zusatzseiten.
Mindest-Verweildauer (Sekunden): Bei einer Zahl größer als 0 kann man erst nach dieser Zeit mit „Weiter“ zur nächsten Seite. Im Kurs läuft ein Hinweis mit („Weiter in 5 s“). Die Seite gilt auch erst dann als erledigt. Nützlich bei wichtigen Texten, die nicht überflogen werden sollen. 0 bedeutet: keine Wartezeit.
Eine Seite gilt im Kurs als erledigt, wenn die Mindest-Verweildauer erreicht ist und alle Quizfragen auf der Seite beantwortet wurden.
4. Die Blöcke im Detail
Jede Seite besteht aus Blöcken, die untereinander angezeigt werden. Unten auf der Seite fügst du Blöcke hinzu: Text, Bild, Video, Quizfrage, Hinweisbox. Jeder Block hat oben rechts drei Symbole: nach oben, nach unten und löschen. Damit bestimmst du die Reihenfolge der Blöcke. Beim Löschen eines Blocks mit Inhalt fragt die App nach.
4.1 Text
Klicke in das Textfeld und tippe. Die Werkzeugleiste darüber bietet:
Knopf
Wirkung
B
Markierten Text fett machen (auch mit Strg+B bzw. Cmd+B)
I
Markierten Text kursiv machen (Strg+I bzw. Cmd+I)
H
Absatz in eine Überschrift verwandeln. Nochmal klicken macht wieder einen normalen Absatz daraus.
• Liste
Aufzählung mit Punkten
1. Liste
Nummerierte Liste
Link
Markiere zuerst den Text, klicke dann auf „Link“ und gib die Adresse ein (muss mit https:// beginnen). Die Verlinkung öffnet sich im Kurs in einem neuen Tab.
Link weg
Entfernt den Link vom markierten Text
Text aus Word oder von Webseiten einfügen: Das geht problemlos. Die App übernimmt nur einfache Formatierungen (Absätze, fett, kursiv, Listen, Überschriften, Links) und verwirft alles andere. Dadurch sieht der Kurs einheitlich aus.
4.2 Bild
Klicke auf „Bild auswählen“ und wähle eine Datei (JPG, PNG, GIF, WebP oder SVG).
Fotos, die breiter als 1600 Pixel sind, werden automatisch verkleinert. Das spart Platz im Paket.
Fülle den Alternativtext aus. Das ist eine kurze Beschreibung des Bildes für Menschen, die es nicht sehen können (Screenreader). Beispiel: „Offener Bildschirm mit Kundenliste auf einem leeren Schreibtisch“. Nur bei reinen Dekobildern darfst du das Feld leer lassen.
Optional: eine Bildunterschrift, die sichtbar unter dem Bild steht.
Mit „Bild ersetzen“ tauschst du das Bild aus, mit „Bild entfernen“ löschst du es.
4.3 Video
Du hast zwei Möglichkeiten:
Videodatei hochladen (MP4 oder WebM). Das Video steckt dann im Paket und läuft auch ohne Internet. Achtung: Große Videos machen das Paket groß. Empfohlen sind unter 50 MB pro Video. Viele Lernplattformen begrenzen die Größe von Paketen.
Video-Adresse angeben, zum Beispiel einen YouTube- oder Vimeo-Link. Die Lernenden brauchen dann Internet. YouTube-Links werden automatisch in die datenschutzfreundlichere Einbettung umgewandelt. Auch ein direkter Link auf eine .mp4-Datei ist möglich.
Bei hochgeladenen Videos kannst du Untertitel hinzufügen. Dafür brauchst du eine Datei im Format .vtt (WebVTT). Untertitel helfen Gehörlosen und Schwerhörigen und allen, die ohne Ton lernen. Fülle außerdem den Titel des Videos aus, damit Screenreader es beschreiben können.
4.3a Hinweisbox
Eine farbig hervorgehobene Box für Tipps oder Warnungen. Wähle die Art: Hinweis (grün) für Tipps oder Wichtig (orange) für Warnungen. Dazu tippst du einen kurzen Text.
4.4 Quizfrage
Tippe die Frage ein.
Wähle den Fragetyp:
Einzelauswahl: genau eine Antwort ist richtig (Rundknöpfe).
Mehrfachauswahl: mehrere Antworten können richtig sein (Kästchen). Die Frage gilt nur als richtig, wenn alle richtigen und keine falschen Antworten gewählt wurden.
Wahr oder falsch: die Antworten „Wahr“ und „Falsch“ sind vorgegeben, du markierst die richtige.
Gib die Punkte an, die die Frage wert ist (Standard: 1). Wichtige Fragen kannst du höher gewichten.
Schreibe die Antworten und markiere die richtige(n) mit „richtig“. Mit „Antwort hinzufügen“ ergänzt du bis zu 8 Antworten. Mindestens zwei Antworten sind nötig.
Optional: eine Rückmeldung für richtige und falsche Antworten, zum Beispiel eine kurze Erklärung.
So funktioniert die Frage im Kurs: Die Lernenden wählen eine Antwort und klicken auf „Antwort prüfen“. Danach sehen sie, was richtig war (mit Text und Symbol, nicht nur mit Farbe) und lesen deine Rückmeldung. Jede Frage kann nur einmal beantwortet werden. So bleibt die Wertung eindeutig. Es gibt volle Punkte oder keine Punkte (keine Teilpunkte).
5. Festlegen, wann der Kurs bestanden ist
Die Lernplattform möchte vom Kurs wissen: Hat die Person den Kurs geschafft? Das legst du im Export-Fenster fest (Knopf „SCORM exportieren“, oder rechts im Editor „Kriterien ändern“). Dort gibt es den Bereich „Wann gilt der Kurs als bestanden?“.
Die Kriterien
Alle Pflichtseiten wurden besucht: Jede Seite mit dem Haken „Seite muss besucht werden“ muss erledigt sein.
Mindestpunktzahl im Abschlusstest: Alle Quizfragen müssen beantwortet sein und die erreichte Punktzahl (in Prozent aller möglichen Punkte) muss mindestens den eingestellten Wert erreichen, zum Beispiel 80 %.
Sind beide Kriterien angehakt, müssen beide erfüllt sein. Ist keines angehakt, gilt der Kurs als abgeschlossen, sobald die letzte Seite erledigt ist.
Welcher Status wird gemeldet?
Situation
Meldung an das LMS
Kurs gestartet, Kriterien noch nicht erfüllt
incomplete (begonnen)
Alle Kriterien erfüllt
Das, was du bei „Status, der bei Erfolg gemeldet wird“ gewählt hast: passed (bestanden) oder completed (abgeschlossen)
Alle Fragen beantwortet, aber Mindestpunktzahl verfehlt
failed (nicht bestanden)
Punktzahl
Sobald alle Fragen beantwortet sind, wird die Prozentzahl als Punktzahl (0 bis 100) gemeldet
Welchen Erfolgsstatus wählen? Nimm passed, wenn dein Kurs einen Test mit Bestehensgrenze enthält. Nimm completed, wenn es nur darum geht, den Kurs durchgearbeitet zu haben. Frage im Zweifel die Verantwortlichen deines LMS, welcher Status dort für Zertifikate oder Abschlussbedingungen gebraucht wird.
Fortschritt speichern: Ist dieser Haken gesetzt, können Lernende den Kurs unterbrechen und später genau dort weitermachen, wo sie aufgehört haben. Das LMS merkt sich dafür Seitenstand und Antworten.
Beispiele:
Pflichtschulung mit Test: beide Kriterien an, 80 %, Status „passed“.
Informationskurs ohne Test: nur „Alle Pflichtseiten“ an, Status „completed“.
Reiner Test: nur „Mindestpunktzahl“ an. Seiten werden dann nicht geprüft.
6. Den Kurs testen (Vorschau und Simulator)
Klicke oben auf „Vorschau“. Es öffnet sich ein Vollbild mit zwei Teilen:
Links der Kurs genau so, wie ihn Lernende sehen: mit Fortschrittsbalken, Inhaltsverzeichnis, „Zurück“ und „Weiter“ und den Quizfragen. Spiele ihn wirklich durch.
Rechts der SCORM-Simulator. Das ist eine kleine Nachbildung einer Lernplattform. Du siehst live, welche Werte der Kurs meldet (zum Beispiel lesson_status und score.raw), und darunter ein Protokoll aller Meldungen.
Anzeige
Bedeutung
cmi.core.lesson_status
Der Status: incomplete (begonnen), passed / completed (geschafft) oder failed (nicht bestanden)
cmi.core.lesson_location
Die Seite, auf der man gerade ist (zum Weitermachen)
cmi.core.score.raw
Die erreichte Punktzahl in Prozent (erst, wenn alle Fragen beantwortet sind)
cmi.core.session_time
Wie lange die Sitzung dauerte (wird beim Beenden gemeldet)
cmi.core.exit
suspend = später weitermachen, leer = fertig
cmi.suspend_data
Der gespeicherte Fortschritt (hier nur die Länge)
Die beiden Knöpfe im Simulator:
Neu laden (Fortschritt behalten): Der Kurs startet neu, der Simulator erinnert sich an den Stand. So prüfst du, ob „Später weitermachen“ funktioniert. Du solltest an der alten Seite landen und beantwortete Fragen als beantwortet sehen.
Sitzung zurücksetzen: Alles wird vergessen, als hätte nie jemand den Kurs gestartet.
Schließe die Vorschau mit „Zurück zum Editor“ oder der Taste Esc.
Wichtig: Der Simulator ist vereinfacht. Echte Lernplattformen können sich im Detail anders verhalten. Teste deshalb jeden wichtigen Kurs zusätzlich einmal im echten LMS, bevor du ihn für Lernende freigibst. Gut geeignet ist ein Testbenutzer oder ein Testkurs.
7. Als SCORM-Paket exportieren
Klicke oben rechts auf „SCORM exportieren“. Das Export-Fenster öffnet sich.
Prüfe oder ändere den Paketnamen (der Dateiname der ZIP-Datei).
Die SCORM-Version ist SCORM 1.2. Sie funktioniert in praktisch jedem LMS. (SCORM 2004 ist noch nicht verfügbar.)
Lege die Abschlusskriterien fest (Abschnitt 5).
Lies die Prüfung vor dem Export:
Fehler müssen behoben werden. Solange es Fehler gibt, ist der Download gesperrt. Beispiele: Eine Quizfrage hat keine richtige Antwort, oder die Mindestpunktzahl ist gewählt, obwohl es keine Quizfrage gibt.
Hinweis sind Empfehlungen. Der Export geht trotzdem. Beispiele: ein Bild ohne Alternativtext, eine leere Seite, ein Video ohne Untertitel.
OK bedeutet: in Ordnung.
Klicke auf „ZIP herunterladen“. Die Datei wird in deinem Browser erzeugt und heruntergeladen. Es wird nichts ins Internet hochgeladen.
Mit „Erst testen“ springst du aus dem Export-Fenster direkt in die Vorschau.
Das fertige Paket enthält die Datei imsmanifest.xml (das „Inhaltsverzeichnis“ für das LMS), die Startseite, deinen Kurs, den Player und alle Bilder, Videos und Untertitel. Du siehst die Liste im Export-Fenster unter „Inhalt der ZIP-Datei“.
Die ZIP-Datei nicht entpacken und nicht selbst neu packen! Lade genau die heruntergeladene ZIP-Datei in das LMS. Würdest du sie entpacken und den Ordner neu zippen, liegt die Datei imsmanifest.xml oft in einem Unterordner, und das LMS erkennt das Paket nicht mehr.
8. Im Lernmanagementsystem hochladen
Jedes LMS sieht etwas anders aus. Die Schritte sind aber fast überall gleich:
Öffne in deinem LMS den Kurs, in dem der Inhalt erscheinen soll, und schalte die Bearbeitung ein.
Füge einen neuen Inhalt oder eine neue Aktivität hinzu. Je nach System heißt der Menüpunkt zum Beispiel „SCORM-Paket“, „Lernmodul SCORM“ oder „SCORM-Inhalt hochladen“.
Gib dem Inhalt einen Namen und wähle die heruntergeladene ZIP-Datei aus.
Falls das LMS fragt: SCORM 1.2 auswählen.
Stelle im LMS ein, wie der Abschluss verwendet wird (zum Beispiel „Aktivität gilt als abgeschlossen, wenn bestanden“ oder die Verknüpfung mit Zertifikaten). Das hängt vom LMS ab. Die Werkstatt meldet Status und Punktzahl, das LMS entscheidet, was damit geschieht.
Speichern und einmal als Testperson durchspielen. Prüfe, ob im LMS am Ende „bestanden“ oder „abgeschlossen“ erscheint.
Wenn du einen Kurs änderst, exportierst du ihn neu und ersetzt das Paket im LMS. Manche Systeme legen dafür eine neue Version an, andere überschreiben das Paket. Bereits gespeicherte Lernstände können sich dabei je nach System verändern. Frage im Zweifel bei den Verantwortlichen nach.
9. Projekt sichern, laden und mitnehmen
Wo liegt mein Kurs?
Die App speichert deinen Kurs automatisch im Browser auf deinem Computer. Oben steht „Lokal gespeichert“ mit der Uhrzeit. Du musst nichts tun. Beachte aber:
Die Daten liegen nur in diesem Browser auf diesem Computer. Ein anderer Browser oder ein anderer Rechner sieht deinen Kurs nicht.
Löschst du die Browserdaten (Verlauf, Cookies und Websitedaten), ist der Kurs weg.
Im privaten Modus mancher Browser wird nicht dauerhaft gespeichert. Die App warnt dich dann.
Das Menü „Projekt“
Eintrag
Was passiert?
Neues Projekt
Legt einen neuen, leeren Kurs an. Der bisherige Kurs wird ersetzt (Rückfrage).
Beispielkurs laden
Lädt den Beispielkurs „Datenschutz im Büro“ (Rückfrage, ersetzt den aktuellen Kurs).
Projekt als Datei sichern
Lädt eine Datei mit der Endung .scormprojekt herunter. Sie enthält deinen ganzen Kurs samt Bildern und Videos. Das ist deine Sicherheitskopie.
Projekt aus Datei laden
Öffnet eine solche Datei und ersetzt den aktuellen Kurs (Rückfrage). So arbeitest du auf einem anderen Computer weiter oder gibst einen Kurs an Kolleginnen und Kollegen weiter.
Empfehlung: Sichere dein Projekt nach jeder größeren Arbeitssitzung als Datei und bewahre sie an einem sicheren Ort auf (Netzlaufwerk, Cloud-Ordner). Die .scormprojekt-Datei ist nicht das SCORM-Paket! Fürs LMS brauchst du immer die ZIP-Datei aus „SCORM exportieren“.
10. Tipps für gute Kurse
Kurze Seiten: Lieber mehr kurze Seiten als wenige lange. Ein Gedanke pro Seite.
Klare Überschriften: Nutze den „H“-Knopf für Zwischenüberschriften. Das hilft beim Überfliegen und für Screenreader.
Alternativtexte und Untertitel machen den Kurs für mehr Menschen nutzbar. Die Prüfung vor dem Export erinnert dich daran.
Rückmeldungen bei Quizfragen: Erkläre in einem Satz, warum eine Antwort richtig ist. So lernt man auch aus Fehlern.
Fragen gut formulieren: Keine Fangfragen. Falsche Antworten sollen plausibel, aber eindeutig falsch sein.
Bilder klein halten: Die App verkleinert große Fotos automatisch. Trotzdem gilt: Nur Bilder verwenden, die etwas erklären.
Mit der Vorschau testen: Spiele den Kurs einmal komplett durch, auch absichtlich mit falschen Antworten.
Hinweisbox sparsam einsetzen: Wenn alles hervorgehoben ist, fällt nichts mehr auf.
11. Bedienung mit der Tastatur
Die gesamte App und auch der Kurs lassen sich ohne Maus bedienen.
Taste
Wirkung
Tab / Umschalt+Tab
Zum nächsten / vorherigen Element springen
Enter oder Leertaste
Knopf auslösen, Kästchen an- und abhaken
↑↓
Zwischen Rundknöpfen (Einzelauswahl) wechseln
Strg+B / I
Im Textfeld: fett / kursiv (am Mac Cmd)
Esc
Export-Fenster, Menü oder Vorschau schließen
Zum Verschieben von Blöcken und Seiten gibt es Pfeil-Knöpfe. Ziehen mit der Maus ist nicht nötig.
12. Häufige Fragen und Probleme
Problem
Lösung
Das LMS meldet „Manifest nicht gefunden“ oder „ungültiges Paket“.
Du hast die ZIP-Datei vermutlich entpackt und neu gepackt. Lade die unveränderte ZIP-Datei aus „SCORM exportieren“ hoch. Prüfe außerdem, ob dein LMS SCORM 1.2 unterstützt.
„ZIP herunterladen“ ist grau.
In der Prüfung stehen Fehler. Behebe sie (rote „Fehler“-Meldungen), dann wird der Knopf aktiv.
Mein Kurs ist weg.
Wurde der Browser bereinigt oder ein anderer Browser oder Computer benutzt? Öffne über „Projekt aus Datei laden“ deine letzte .scormprojekt-Sicherung. Deshalb: regelmäßig sichern.
Im Kurs steht „Es besteht keine Verbindung zu einer Lernplattform“.
Das ist normal, wenn der Kurs ohne LMS geöffnet wird. Im LMS verschwindet der Hinweis. In der Vorschau wird er vom Simulator ersetzt.
Das LMS zeigt „bestanden“ nicht an.
Schau in der Vorschau, ob der Simulator passed oder completed meldet. Wenn ja, liegt es an den Abschlussbedingungen im LMS. Prüfe dort die Einstellung, wann die Aktivität als erledigt gilt.
Ein Video spielt im LMS nicht.
Verwende MP4 (H.264) oder WebM. Bei externen Links (YouTube) braucht das LMS Internet und darf die Einbettung nicht blockieren. Bei großen Videos eventuell die Größe verkleinern.
Das Paket ist zu groß für das LMS.
Verkleinere Videos (zum Beispiel mit einem Videoprogramm exportieren, niedrigere Auflösung) oder binde sie per Adresse ein. Bilder werden bereits automatisch verkleinert.
Lernende sehen nach dem erneuten Start nicht ihren alten Stand.
Prüfe, ob „Fortschritt speichern“ im Export-Fenster angehakt ist. Manche LMS speichern den Stand nur, wenn der Kurs im selben Versuch wieder geöffnet wird.
Die App lässt sich per Doppelklick nicht starten oder die Vorschau meldet einen Fehler.
Die App muss über einen Webserver laufen (also über deine Webadresse, z. B. https://…). Das Öffnen der Datei index.html direkt vom Computer reicht für den Export und die Vorschau nicht aus.
13. Was die Werkstatt (noch) nicht kann
Nur SCORM 1.2 (kein SCORM 2004, kein xAPI).
Ein Kurs ist immer ein einziger Lerninhalt (ein „SCO“) mit mehreren Seiten, nicht mehrere getrennte Inhalte.
Fragetypen: Einzelauswahl, Mehrfachauswahl, Wahr/Falsch. Keine Lückentexte, kein Zuordnen per Ziehen.
Jede Frage kann nur einmal beantwortet werden, ohne Teilpunkte.
Fremde SCORM-Pakete lassen sich nicht importieren und weiterbearbeiten. Du kannst nur Projekte öffnen, die du hier gespeichert hast.
Es gibt keine Zusammenarbeit in Echtzeit und keine Benutzerkonten. Zum Weitergeben eines Kurses gibt es die Projektdatei.
Die Lösungen der Quizfragen stehen im Kurs als Daten. Wer sich mit Browser-Werkzeugen auskennt, könnte sie auslesen. Für Prüfungen mit hohem Sicherheitsbedarf ist das Paket deshalb nicht geeignet.
Neben dem Editor gibt es den Bereich „Paket bearbeiten“. Dort öffnest du ein fertiges SCORM-Paket, das mit einem beliebigen Programm erstellt wurde (zum Beispiel Articulate, iSpring, Lectora oder einem anderen Autorenwerkzeug). Du korrigierst Texte, tauschst Bilder aus, passt den Titel oder die Mindestpunktzahl an und lädst eine neue ZIP-Datei herunter.
Das Paket wird dabei nicht in Blöcke umgewandelt. Du änderst direkt die Dateien im Paket. Was du nicht anfasst, bleibt Byte für Byte wie im Original. Das ist der große Vorteil: Aussehen, Animationen und Quizlogik des Kurses bleiben genau so, wie das ursprüngliche Programm sie erzeugt hat.
14.1 Editor oder „Paket bearbeiten“?
Du möchtest …
Nimm …
einen neuen Kurs von Grund auf bauen
den Editor
einen mit der Werkstatt gebauten Kurs weiterentwickeln, auch mit neuen Seiten und Quizfragen
den Editor. Öffne dazu deine Projektdatei (.scormprojekt), nicht das exportierte Paket.
in einem fertigen Paket aus einem anderen Programm einen Tippfehler korrigieren, Text anpassen oder ein Bild ersetzen
Paket bearbeiten
in einem fertigen Paket neue Seiten oder neue Quizfragen ergänzen
meist weder noch. Das geht nur im Ursprungsprogramm (siehe 14.10).
14.2 Ein Paket öffnen
Klicke im Menü oben auf „Paket bearbeiten“.
Ziehe die SCORM-ZIP-Datei in das gestrichelte Feld oder klicke auf „Datei auswählen“.
Die Werkstatt liest die Datei und zeigt die Übersicht. Das dauert bei normalen Paketen nur einen Moment.
Die Datei bleibt in deinem Browser. Es wird nichts hochgeladen und die Originaldatei wird nie verändert.
Wenn das Öffnen nicht klappt, erklärt eine rote Meldung den Grund:
„… nicht als ZIP-Datei lesen“: Die Datei ist beschädigt, verschlüsselt oder keine ZIP-Datei. Lade sie erneut aus dem Ursprungsprogramm herunter.
„… imsmanifest.xml fehlt“: Die ZIP-Datei ist kein SCORM-Paket. Ein SCORM-Paket enthält immer die Datei imsmanifest.xml. Manchmal liegt sie in einem Unterordner, weil die ZIP-Datei von einem übergeordneten Ordner aus gepackt wurde. Das erkennt die Werkstatt selbst.
„… Projektdatei der Werkstatt“: Du hast eine .scormprojekt-Datei gewählt. Diese öffnest du im Editor über Projekt › Projekt aus Datei laden.
14.3 Die Übersicht
Nach dem Öffnen siehst du zuerst die Übersicht mit zwei Teilen:
Was im Paket steckt: Titel, SCORM-Version (1.2 oder 2004), Startdatei, Mindestpunktzahl, Anzahl und Größe der Dateien sowie die Anzahl der gefundenen Texte und Bilder.
Ergebnis der Analyse: eine Liste mit Befunden. OK heißt: in Ordnung. Hinweis erklärt eine Eigenschaft des Pakets, die du kennen solltest (zum Beispiel „Keine Bilder im Paket“). Achtung weist auf etwas hin, das du prüfen solltest (zum Beispiel eine fehlende Startdatei oder verschiedene Werte für die Mindestpunktzahl).
Wichtig ist der Hinweis „Seiten werden per Programmcode aufgebaut“. Er erscheint bei Paketen, deren Inhalt nicht fest in HTML-Seiten steht, sondern von JavaScript zusammengesetzt wird. Du kannst solche Texte trotzdem bearbeiten, aber keine neuen Seiten hinzufügen.
Oben rechts siehst du immer, wie viele Änderungen noch nicht exportiert sind, und die Knöpfe „Vorschau“ und „Anderes Paket öffnen“. Mit dem Reiter-Menü darunter wechselst du zwischen den Bereichen.
14.4 Texte bearbeiten
Im Reiter „Texte“ steht jeder gefundene Text in einem eigenen Feld. Das sind Überschriften, Absätze, Quizfragen, Antworten, Rückmeldungen, Knopfbeschriftungen und Bildbeschreibungen (alt-Texte).
Über jedem Feld siehst du, wo der Text steht: den Dateinamen und die Zeilennummer, zum Beispiel i18n.js · Zeile 84. Daneben steht, wenn bekannt, ein Hinweis auf die Art des Textes (zum Beispiel title, q für Frage oder <h2> für eine Überschrift).
Einen Text ändern
Klicke in das Feld und ändere den Text.
Das Feld wird grün markiert und zeigt darunter den alten Wortlaut durchgestrichen. Der Zähler oben rechts steigt.
Mit „Zurücksetzen“ stellst du den Originaltext eines einzelnen Feldes wieder her.
Texte finden
Element
Wirkung
Texte durchsuchen
Zeigt nur Texte an, die den eingegebenen Begriff enthalten. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle. Die Liste ändert sich beim Tippen.
Datei
Beschränkt die Liste auf eine Datei im Paket. Hilfreich, wenn du nur die eigentlichen Kursinhalte sehen möchtest oder wenn eine Datei viele Programmtexte enthält.
Nur geänderte
Zeigt nur die Texte, die du schon verändert hast. Ideal zum Gegenlesen, bevor du exportierst.
Seitenwechsel
Die Liste zeigt 40 Texte pro Seite. Unten wechselst du mit „Vorherige“ und „Nächste“.
Suchen und Ersetzen
Wenn ein Begriff an vielen Stellen vorkommt (zum Beispiel ein Produktname), ersetzt du ihn mit einem Schritt:
Trage unter „Suchen“ den alten Begriff ein. Die Werkstatt zeigt sofort die Zahl der Treffer.
Trage unter „Ersetzen durch“ den neuen Begriff ein.
Hake bei Bedarf „Groß-/Kleinschreibung“ an. Dann werden nur Treffer mit exakt derselben Schreibweise ersetzt.
Klicke auf „Alle ersetzen (n)“. Das gilt für alle Texte der gewählten Datei (bei „Alle Dateien“ für das ganze Paket), nicht nur für die gerade sichtbare Seite der Liste.
Kontrolliere das Ergebnis mit „Nur geänderte“.
Achtung bei Ersetzungen: Die Werkstatt ersetzt nur Buchstaben, sie versteht keine Grammatik. Wenn du „das Control Center“ durch „Leitstand“ ersetzt, steht danach „das Leitstand“ statt „der Leitstand“. Lies die geänderten Texte deshalb immer durch und korrigiere Artikel und Endungen von Hand.
Sonderzeichen und Formatierungen im Text
Anführungszeichen, Zeilenumbrüche und Sonderzeichen musst du nicht beachten. Du tippst sie ganz normal. Die Werkstatt schreibt sie beim Export so in die Datei, wie die Datei sie braucht.
Markierungen wie **fett**, `code` oder Platzhalter wie {pass} und {name} gehören zum Kurs. Das Paket ersetzt sie beim Anzeigen durch Formatierungen oder Werte. Lass sie unverändert stehen und ändere nur den Text drum herum.
HTML-Tags wie <b> in einem Text sind ebenfalls Teil des Kurses. Entferne sie nur, wenn du weißt, was du tust.
Was die Werkstatt in Programmcode als Text erkennt
In HTML-Seiten sind Texte eindeutig. In JavaScript-Dateien (typisch bei Paketen, die ihre Inhalte per Programm aufbauen) lässt sich nicht sicher erkennen, was ein Text für Lernende und was ein technischer Name ist. Die Werkstatt filtert deshalb nach einfachen Regeln: Sie zeigt Sätze, Überschriften und größere Wörter, aber zum Beispiel keine Klassennamen oder Dateipfade. Dadurch kann in seltenen Fällen ein Text fehlen oder ein Programmtext erscheinen. Ändere keine Einträge, bei denen du dir nicht sicher bist. Der Kurs würde dadurch nicht mehr funktionieren, und die Prüfung beim Export erkennt nur Schreibfehler im Code, nicht falsche Namen.
14.5 Bilder ersetzen
Im Reiter „Bilder“ siehst du alle Bilddateien des Pakets (PNG, JPG, GIF, WebP, SVG) mit Vorschau, Dateiname, Größe und Maßen in Pixeln.
Klicke beim gewünschten Bild auf „Ersetzen …“ und wähle das neue Bild.
Das neue Bild erscheint in der Vorschau. Die Karte wird grün markiert und zeigt den Namen des neuen Bildes.
Mit „Zurücksetzen“ kehrst du zum Originalbild zurück, mit „Anderes Bild wählen …“ tauschst du es nochmals.
Das neue Bild übernimmt den Dateinamen des alten Bildes. So findet der Kurs es an derselben Stelle, und es muss nichts weiter angepasst werden.
Gleiches Format verwenden: Ein PNG ersetzt man am besten durch ein PNG. Bei einem anderen Format (zum Beispiel JPG statt PNG) warnt dich die Werkstatt. Die meisten Browser zeigen es trotzdem richtig an, sicher ist aber nur das gleiche Format.
Ähnliche Maße wählen: Die Werkstatt skaliert das Bild nicht. Hat das neue Bild ein anderes Seitenverhältnis, kann der Kurs es gestaucht oder abgeschnitten zeigen. Passe das Bild vorher in einem Bildprogramm an die angezeigten Pixelmaße des alten Bildes an.
Nicht gefunden? Bilder, die der Kurs per Programm zeichnet, oder Texte, die in ein Bild eingebrannt sind, erscheinen hier nicht und lassen sich nicht ändern. Bildbeschreibungen (alt-Texte) stehen im Reiter „Texte“.
14.6 Einstellungen: Titel und Mindestpunktzahl
Im Reiter „Einstellungen“ änderst du zwei Werte:
Kurstitel: Der Titel, den das LMS anzeigt. Er steht in der Datei imsmanifest.xml. Der Titel, den Lernende im Kurs selbst sehen, ist ein normaler Text und steht im Reiter „Texte“. Ändere ihn dort ebenfalls, wenn er mitwechseln soll.
Mindestpunktzahl (%): Ab wie viel Prozent im Abschlusstest der Kurs als bestanden gilt. Erlaubt sind ganze Zahlen von 1 bis 100.
Die Mindestpunktzahl steht in vielen Paketen an mehreren Stellen: im Manifest (masteryscore) und im Programmcode des Kurses (zum Beispiel PASS_MARK = 70). Würde man nur eine Stelle ändern, meldet der Kurs dem LMS widersprüchliche Ergebnisse. Die Werkstatt ändert deshalb alle gefundenen Stellen gemeinsam. Unten im Reiter siehst du eine Tabelle mit allen Fundstellen.
Abweichende Werte: Steht an einer Stelle ein anderer Wert als im Rest des Pakets, ändert die Werkstatt diese Stelle nicht und warnt dich. Prüfe dann, wie das Paket gemeint ist.
Keine Mindestpunktzahl gefunden: Das Eingabefeld ist gesperrt. Das Paket hat dann keine Bestehensgrenze, oder sie ist anders hinterlegt.
SCORM 2004: Hier steht die Bestehensgrenze in der Ablaufsteuerung des Manifests. Diese verändert die Werkstatt nicht. Titel, Texte und Bilder lassen sich bearbeiten.
14.7 Dateien ersetzen und hinzufügen
Der Reiter „Dateien“ listet jede Datei im Paket mit Größe und Status (unverändert, bearbeitet, ersetzt oder hinzugefügt).
Ersetzen …: Tauscht den Inhalt einer beliebigen Datei gegen eine andere aus (zum Beispiel ein Video, eine PDF oder eine Schriftdatei). Der Dateiname im Paket bleibt gleich. Mit „Zurücksetzen“ nimmst du den Austausch zurück.
Datei hinzufügen …: Fügt eine neue Datei zum Paket hinzu. Du wählst die Datei und gibst dann den Pfad im Paket an, zum Beispiel media/anleitung.pdf. Die Werkstatt trägt die Datei automatisch im Manifest ein. Gibt es den Pfad schon, benutze stattdessen „Ersetzen“.
Entfernen: Nur hinzugefügte Dateien lassen sich wieder entfernen. Vorhandene Dateien des Pakets lassen sich nicht löschen, weil der Kurs sonst brechen könnte.
Eine hinzugefügte Datei erscheint nicht von selbst im Kurs. Sie liegt im Paket und kann von Texten oder Programmcode verwendet werden. Wie du sie in eine Seite einbaust, hängt vom Paket ab.
14.8 Vorschau
Mit „Vorschau“ (oben rechts) oder „Erst testen“ (im Reiter „Prüfen und exportieren“) spielst du das Paket mit deinen aktuellen Änderungen im Simulator ab, genau wie im Editor. Rechts siehst du, welche Werte der Kurs an die Lernplattform meldet. Mit Esc oder „Zurück“ schließt du die Vorschau, ohne etwas zu verlieren.
Die Vorschau ist eine Näherung. Die Werkstatt setzt dafür die Dateien des Pakets zu einer Seite zusammen:
Kurse, die weitere Dateien während des Ablaufs nachladen (zum Beispiel Daten oder Videos von einer Adresse im Paket), laufen nur eingeschränkt.
Kurse, die aus mehreren HTML-Seiten bestehen und zwischen ihnen verlinken, zeigen in der Vorschau nur die Startseite zuverlässig.
Funktioniert die Vorschau nicht, heißt das noch nicht, dass das Paket kaputt ist. Teste es dann direkt im LMS (siehe 14.9).
14.9 Prüfen und exportieren
Im Reiter „Prüfen und exportieren“ bekommst du die Zusammenfassung und lädst die neue ZIP-Datei herunter.
Änderungen kontrollieren: Jede Änderung steht mit Fundstelle da, der alte Text rot durchgestrichen, der neue grün. So siehst du auf einen Blick, was sich ändert.
Prüfung ansehen: Die Werkstatt prüft vor dem Export automatisch:
ob das Manifest nach deinen Änderungen noch lesbar ist,
ob alle Dateien, die das Manifest nennt, vorhanden sind (auch die Startdatei),
ob die Mindestpunktzahl überall gleich ist,
ob der Programmcode nach deinen Änderungen noch fehlerfrei lesbar ist,
ob du einen Text vollständig geleert hast.
Fehler (rot) sperren den Export, bis du sie behoben hast. Warnungen (orange) erlauben den Export, sollten aber angesehen werden.
Herunterladen: Klicke auf „ZIP herunterladen“. Die neue Datei heißt wie das Original, mit dem Zusatz _bearbeitet (zum Beispiel kurs_bearbeitet.zip). Ohne Änderungen ist der Knopf gesperrt.
Danach: testen und im LMS hochladen
Testen: Lade die neue ZIP-Datei in einem Testkurs deines LMS oder in SCORM Cloud hoch und spiele den Kurs einmal ganz durch, mit bestandenem und nicht bestandenem Test.
Im echten Kurs ersetzen: Je nach LMS ersetzt du das Paket im bestehenden Kurs oder legst einen neuen Kurs an. Beachte: Manche Systeme setzen beim Austausch den Lernstand der Teilnehmenden zurück, andere behalten ihn. Informiere dich vorher, wenn schon Lernende im Kurs sind.
Wichtig: Die Änderungen werden nicht im Browser gespeichert, anders als im Editor. Lade die ZIP-Datei herunter, bevor du die Seite schließt, den Browser beendest oder ein anderes Paket öffnest. Beim Schließen des Tabs und beim Öffnen eines anderen Pakets fragt dich die Werkstatt vorsichtshalber nach. Willst du später weiterarbeiten, öffne die exportierte ZIP-Datei einfach erneut.
14.10 Was „Paket bearbeiten“ nicht kann
Keine neuen Seiten oder Fragen, wenn das Paket seine Inhalte per Programmcode aufbaut. Dafür bräuchte die Werkstatt das Ursprungsprogramm. Ändere solche Kurse dort und exportiere sie neu, oder bearbeite hier nur Texte und Bilder.
Keine Änderung der Logik, also zum Beispiel keine neuen Regeln, welche Antwort richtig ist. Bei manchen Paketen steht die richtige Antwort nicht im Text, sondern im Programmcode.
Keine Texte in Videos oder Bildern, die als Pixel eingebrannt sind. Ersetze das Bild oder Video.
Keine Umwandlung in Editor-Blöcke. Ein fremdes Paket lässt sich nicht in den Editor übernehmen.
Keine Bearbeitung verschlüsselter oder beschädigter Pakete. Dateien, die nicht als UTF-8-Text lesbar sind, werden nicht nach Texten durchsucht. Die Übersicht meldet das.
Kein Speichern im Browser, siehe oben.
14.11 Häufige Probleme
Problem
Lösung
Ein Text, den ich ändern möchte, erscheint nicht in der Liste.
Suche mit „Texte durchsuchen“ nach einem Wort daraus und stelle „Datei“ auf „Alle Dateien“. Steht der Text in einem Bild oder Video, lässt er sich nicht ändern. Manche Texte werden vom Kurs erst beim Ablauf zusammengesetzt (zum Beispiel aus mehreren Teilen). Dann findest du die Teile einzeln.
Nach dem Ersetzen stimmt die Grammatik nicht mehr.
Suche unter „Nur geänderte“ die betroffenen Texte und passe Artikel und Endungen an.
Der Export ist gesperrt, und eine Prüfung zeigt „Programmcode nicht mehr lesbar“.
Ein geänderter Text hat den Code beschädigt, meist ein Eintrag, der gar kein Text für Lernende war. Öffne „Nur geänderte“, setze Einträge mit Programmcharakter zurück und prüfe erneut.
Die Vorschau zeigt eine leere oder halbfertige Seite.
Das Paket lädt vermutlich weitere Dateien nach (siehe 14.8). Exportiere und teste direkt im LMS oder in SCORM Cloud.
Das neue Bild ist verzerrt oder abgeschnitten.
Das Seitenverhältnis weicht ab. Passe das Bild in einem Bildprogramm an die Pixelmaße des Originals an und ersetze es erneut.
Im LMS hat sich nichts geändert.
Das LMS zeigt oft noch die alte Fassung aus dem Zwischenspeicher. Lade die Seite hart neu (Strg+Shift+R) und prüfe, ob das LMS das Paket wirklich ersetzt hat und nicht den alten Kurs weiterverwendet.
Das Paket meldet im LMS falsche Ergebnisse.
Prüfe in den „Einstellungen“, ob die Mindestpunktzahl überall gleich ist, und teste im LMS mit bestandenem und nicht bestandenem Test.
Ich habe versehentlich viele Änderungen gemacht.
Mit „Nur geänderte“ findest du alle Änderungen und kannst jede einzeln zurücksetzen. Oder öffne das Originalpaket neu (über „Anderes Paket öffnen“). Dann beginnst du wieder mit dem unveränderten Original.
MYEDU · Werkstatt
Über die Werkstatt
Kurzfassung. Die Werkstatt ist ein Editor für Online-Lernkurse. Sie erlaubt es, Kurse aus Text, Bildern, Videos und Quizfragen zusammenzustellen, in einer Vorschau zu erproben und als SCORM-Paket für ein Lernmanagementsystem (LMS) zu exportieren. Das Werkzeug läuft vollständig im Browser und benötigt weder Installation noch eigenen Server.
1 Zweck und Zielgruppe
Wer Lerninhalte für ein LMS bereitstellen will, braucht ein Paket in einem Format, das das System versteht. Solche Pakete werden üblicherweise mit spezialisierter Autorensoftware erstellt, die Einarbeitung verlangt oder Lizenzkosten verursacht. Die Werkstatt setzt bewusst auf einen kleinen, überschaubaren Funktionsumfang. Sie richtet sich an Lehrpersonen, Ausbildnerinnen, Fachverantwortliche und kleine Teams, die einen Kurs ohne technisches Vorwissen erstellen möchten.
Was SCORM ist und wie das Format technisch funktioniert, wird auf der Unterseite «SCORM im Detail» erläutert. Hinweise, wie ein Kurs didaktisch gelingt, stehen auf der Unterseite «E-Learning Best Practices».
2 Arbeitsweise
Die Arbeit gliedert sich in drei Schritte.
Gestalten. Ein Kurs besteht aus Seiten. Jede Seite enthält Blöcke: formatierten Text, Bilder mit Alternativtext, Videos (eingebettet oder als Datei, optional mit Untertiteln), Hinweisboxen und Quizfragen mit Rückmeldungen. Es wird festgelegt, wann der Kurs als bestanden gilt, etwa durch den Besuch aller Pflichtseiten, durch eine Mindestpunktzahl im Quiz oder durch beides.
Testen. Die Vorschau zeigt den Kurs so, wie Lernende ihn sehen. Daneben protokolliert ein einfacher LMS-Simulator, welche Werte der Kurs an ein Lernmanagementsystem meldet. So lassen sich Abschlusskriterien prüfen, bevor ein echtes System beteiligt ist.
Exportieren. Der Kurs wird als ZIP-Datei nach SCORM 1.2 heruntergeladen und im LMS hochgeladen. Vor dem Export prüft das Werkzeug den Kurs und weist auf Fehler und Auslassungen hin, zum Beispiel auf Quizfragen ohne richtige Antwort oder auf Bilder ohne Alternativtext.
Eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung der Bedienung findet sich in der Anleitung.
3 Funktionsumfang und Grenzen
Tabelle 1. Überblick über den aktuellen Funktionsumfang
Bereich
Enthalten
Nicht enthalten
Inhalte
Text, Bild, Video, Hinweisbox, Quizfrage
Eigene Programmierung, Animationen, Drag-and-drop-Aufgaben
Quiz
Einfach- und Mehrfachauswahl, Wahr/Falsch, Rückmeldungen
Freitextantworten, Zufallsfragen
Export
SCORM 1.2, ein Lernobjekt (SCO)
SCORM 2004, xAPI, cmi5
Sicherung
Autospeichern im Browser, Projektdatei .scormprojekt
Die Werkstatt ist eine statische Webanwendung: Sie besteht aus HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien und besitzt keine Serverlogik. Kurse, Bilder und Videos werden ausschliesslich im Browser der Nutzenden verarbeitet und dort lokal gespeichert (IndexedDB). Es findet keine Übertragung an einen Server statt, es werden keine Cookies gesetzt und keine Nutzungsdaten erhoben. Schriften und Programmbibliotheken werden vom selben Server ausgeliefert; es werden keine Inhalte von Drittanbietern nachgeladen.
Eine Folge dieser Bauart ist, dass gespeicherte Projekte an den jeweiligen Browser gebunden sind. Wird der Browserspeicher geleert, gehen sie verloren. Projekte sollten deshalb regelmässig als Datei gesichert werden.1
5 Hinweis zur Entstehung
Dieses Werkzeug wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Entwurf und Programmierung entstanden mit Unterstützung des KI-Systems Claude von Anthropic. KI-Systeme können Fehler machen. Jedes exportierte Paket sollte daher vor dem Einsatz in einem Zielsystem getestet werden, und die Inhalte eines Kurses bleiben in der Verantwortung der Autorin oder des Autors.
Hintergrund
SCORM im Detail
Kurzfassung. SCORM (Sharable Content Object Reference Model) ist ein technischer Standard, der festlegt, wie E-Learning-Inhalte verpackt werden und wie sie während der Ausführung mit einem Lernmanagementsystem (LMS) Daten austauschen. Dieser Text erläutert Entstehung, Aufbau, Datenmodell und Grenzen des Standards, mit Schwerpunkt auf SCORM 1.2, dem Format, das die Werkstatt erzeugt.
1 Problemstellung
Ein Lernkurs im Browser ist zunächst eine gewöhnliche Webseite. Soll eine Organisation aber wissen, wer den Kurs begonnen, beendet oder bestanden hat, muss die Seite diese Information an ein zentrales System melden. Ohne gemeinsame Vereinbarung müsste jeder Kurs für jedes LMS einzeln angepasst werden, und jeder Wechsel des Systems würde die Neuerstellung der Inhalte bedeuten.
SCORM löst dieses Problem durch zwei Festlegungen: ein einheitliches Paketformat, das dem LMS mitteilt, welche Dateien zum Kurs gehören und womit er gestartet wird, und eine einheitliche Programmierschnittstelle, über die der laufende Kurs Daten an das LMS übergibt und von ihm erhält. Beides zusammen ermöglicht, dass ein Kurs einmal erstellt und in verschiedenen Systemen betrieben werden kann.
2 Entstehung und Versionen
SCORM wurde von der Initiative Advanced Distributed Learning (ADL) entwickelt, die vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen wurde. Der Standard fasst bestehende Spezifikationen zusammen, namentlich Arbeiten des AICC (Aviation Industry CBT Committee) zur Kommunikation zwischen Kurs und System, des IMS Global Learning Consortium zur Paketierung (Content Packaging) und der IEEE zum Datenmodell und zur Programmierschnittstelle.1
Tabelle 1. Wichtige Versionen des Standards (vereinfacht)
Version
Zeitraum
Merkmale
SCORM 1.0 / 1.1
2000
Erste Fassungen, wenig verbreitet.
SCORM 1.2
2001
Stabile Grundlage, bis heute von praktisch jedem LMS unterstützt.
SCORM 2004
2004 bis 2009 (vier Ausgaben)
Getrennte Angaben zu Abschluss und Erfolg, Regeln für Reihenfolge und Navigation (Sequencing), umfangreicheres Datenmodell.
Eine Weiterentwicklung des Standards gibt es nicht. Als Nachfolger gelten die Experience API (xAPI) und das darauf aufbauende Profil cmi5 (siehe Abschnitt 10).
3 Grundbegriffe
Paket (Content Package)
Eine ZIP-Datei, die alle Dateien eines Kurses und eine Beschreibungsdatei, das Manifest, enthält. Das Paket wird in das LMS hochgeladen (Import).
Manifest
Die XML-Datei imsmanifest.xml im obersten Ordner des Pakets. Sie beschreibt die Gliederung des Kurses und verweist auf die Dateien.
SCO (Sharable Content Object)
Die kleinste Lerneinheit, die mit dem LMS kommuniziert und von ihm verfolgt wird. Ein Kurs kann aus einem oder mehreren SCOs bestehen.
Asset
Eine Datei oder Datengruppe ohne Kommunikation mit dem LMS, etwa ein Bild oder ein Stylesheet.
LMS (Learning Management System)
Das Lernmanagementsystem, das Kurse startet, Teilnehmende verwaltet und Ergebnisse speichert, zum Beispiel Moodle, ILIAS oder OpenOLAT.
API-Adapter
Ein vom LMS bereitgestelltes JavaScript-Objekt, über das der Kurs mit dem System spricht.
SCORM gliedert sich in drei Teile: das Content Aggregation Model (CAM) beschreibt Pakete und Manifest, die Run-Time Environment (RTE) legt die Kommunikation zur Laufzeit fest, und, nur in SCORM 2004, regelt Sequencing and Navigation die Reihenfolge der Lerneinheiten.
4 Das Paket und sein Manifest
Ein SCORM-1.2-Paket ist eine ZIP-Datei, in der die Datei imsmanifest.xml direkt im obersten Ordner liegt, nicht in einem Unterordner. Dies ist eine häufige Fehlerquelle: Wird ein Ordner als Ganzes gepackt, findet das LMS das Manifest nicht und lehnt das Paket ab.
Das Manifest enthält drei Hauptteile. Die Metadaten geben Schema und Version an. Die Organisation beschreibt die Gliederung, die dem Lernenden angezeigt wird. Die Ressourcen verzeichnen die Dateien und bestimmen, welche Datei beim Start geöffnet wird. Das folgende, gekürzte Beispiel zeigt ein Paket mit einem einzigen Lernobjekt:
Die Verbindung zwischen Gliederung und Dateien entsteht über Bezeichner: Das Element item verweist über identifierref auf die resource mit dem passenden identifier. Das Attribut adlcp:scormtype="sco" kennzeichnet die Ressource als Lernobjekt, das mit dem LMS spricht; ein Asset trägt stattdessen den Wert asset. Das optionale Element adlcp:masteryscore gibt die Punktzahl an, ab der das LMS den Kurs als bestanden werten kann.
5 Die Laufzeitumgebung
5.1 Auffinden der Schnittstelle
Das LMS öffnet den Kurs in einem Fenster oder Rahmen (Frame) und stellt in einem übergeordneten Fenster ein Objekt namens API bereit. Der Kurs sucht dieses Objekt, indem er die Kette der übergeordneten Fenster (window.parent) und gegebenenfalls das öffnende Fenster (window.opener) durchläuft, bis er es findet. Findet er es nicht, läuft er ohne Verbindung weiter; Fortschritt und Ergebnis werden dann nicht gespeichert.
Die Suche funktioniert nur, wenn Kurs und LMS von derselben Herkunft (Origin) stammen, da Browser den Zugriff auf Fenster fremder Herkunft aus Sicherheitsgründen verbieten. Deshalb wird ein SCORM-Paket stets vom LMS selbst ausgeliefert und nicht von einem externen Server.
5.2 Die acht Funktionen
Die Schnittstelle bietet in SCORM 1.2 genau acht Funktionen:
Tabelle 2. Funktionen des API-Adapters (SCORM 1.2)
Funktion
Aufgabe
LMSInitialize("")
Beginnt die Sitzung. Muss vor allen anderen Aufrufen erfolgen.
LMSGetValue(element)
Liest einen Wert aus dem Datenmodell, etwa den gespeicherten Fortschritt.
LMSSetValue(element, wert)
Setzt einen Wert, etwa den Status oder die Punktzahl.
LMSCommit("")
Fordert das LMS auf, die gesetzten Werte dauerhaft zu speichern.
LMSFinish("")
Beendet die Sitzung. Danach sind keine Aufrufe mehr erlaubt.
Alle Werte werden als Zeichenketten übergeben, auch Zahlen. Die Funktionen liefern die Zeichenketten "true" oder "false" zurück, nicht die Wahrheitswerte der Programmiersprache.
5.3 Ablauf einer Sitzung
Der Kurs sucht den API-Adapter und ruft LMSInitialize("") auf.
Er liest mit LMSGetValue frühere Werte, zum Beispiel cmi.core.entry und cmi.suspend_data, und setzt damit einen unterbrochenen Durchgang fort.
Während der Bearbeitung setzt er Werte mit LMSSetValue und ruft zwischendurch LMSCommit("") auf.
Am Ende setzt er die Sitzungszeit und den Austrittsgrund, ruft LMSCommit("") und anschliessend LMSFinish("") auf.
Ein verbreiteter Fehler besteht darin, den Kurs ohne LMSFinish zu verlassen, etwa durch Schliessen des Fensters. Manche Systeme verwerfen dann nicht gespeicherte Werte. Ein sorgfältig gebauter Kurs speichert daher bei jeder relevanten Änderung und zusätzlich beim Verlassen der Seite.
6 Das Datenmodell
Die ausgetauschten Werte sind in einem hierarchischen Datenmodell mit dem Präfix cmi (Computer Managed Instruction) benannt. Tabelle 3 nennt die für einfache Kurse wichtigsten Elemente.
Tabelle 3. Ausgewählte Elemente des Datenmodells (SCORM 1.2)
Element
Zugriff
Bedeutung
cmi.core.student_id, cmi.core.student_name
lesen
Kennung und Name der lernenden Person.
cmi.core.lesson_status
lesen, schreiben
Bearbeitungsstand: not attempted, browsed, incomplete, completed, passed oder failed.
cmi.core.score.raw, .min, .max
lesen, schreiben
Erreichte, kleinste und grösste Punktzahl, jeweils eine Zahl von 0 bis 100.
cmi.core.lesson_location
lesen, schreiben
Lesezeichen: frei wählbare Marke der letzten Position, höchstens 255 Zeichen.
cmi.suspend_data
lesen, schreiben
Frei verwendbarer Zwischenspeicher für den Zustand des Kurses, höchstens 4096 Zeichen.
cmi.core.session_time
nur schreiben
Dauer der aktuellen Sitzung im Format HHHH:MM:SS.
cmi.core.total_time
nur lesen
Vom LMS summierte Gesamtzeit.
cmi.core.exit
nur schreiben
Austrittsgrund: time-out, suspend, logout oder leer.
cmi.core.entry
nur lesen
ab-initio bei erstem Start, resume bei Wiederaufnahme.
cmi.core.credit
nur lesen
Zeigt an, ob die Bearbeitung gewertet wird (credit) oder nur zur Ansicht erfolgt (no-credit).
Zu beachten sind die Zugriffsrechte: Das Schreiben in ein schreibgeschütztes Element löst einen Fehler aus (Code 403), das Lesen eines nur schreibbaren Elements ebenfalls (Code 404). Der Zwischenspeicher cmi.suspend_data ist ein häufiger Engpass; da das Limit knapp ist, sollte der Zustand in kompakter Form abgelegt werden, etwa als kurze JSON-Zeichenkette.
7 Abschluss, Erfolg und Punktzahl
In SCORM 1.2 gibt es für Abschluss und Erfolg nur ein einziges Feld, cmi.core.lesson_status. Die Werte completed (abgeschlossen) und passed (bestanden) sowie failed (nicht bestanden) teilen sich also dieselbe Variable. Ein Kurs muss sich daher entscheiden, was er meldet. Üblich ist: Wird ein Bestehen geprüft, meldet der Kurs passed oder failed, andernfalls completed.
Der Wert incomplete bedeutet, dass die Bearbeitung begonnen, aber nicht beendet wurde. Ein Kurs sollte ihn beim Start setzen, falls das LMS den Status not attempted meldet. Ein bereits erreichter Status passed oder completed sollte bei einem erneuten Besuch nicht auf incomplete zurückgesetzt werden.
Die Punktzahl wird als cmi.core.score.raw gemeldet. Ist im Manifest ein masteryscore angegeben, kann das LMS den Status selbst aus der Punktzahl ableiten. Dieses Verhalten ist in der Spezifikation nicht einheitlich geregelt und unterscheidet sich zwischen Systemen: Manche überschreiben den vom Kurs gemeldeten Status, andere übernehmen ihn unverändert. Wer sicher gehen will, meldet beides, Punktzahl und Status, in sich stimmig.
8 Fehlerbehandlung
Jeder Aufruf kann fehlschlagen. In diesem Fall liefert er "false", und LMSGetLastError() nennt den Grund als Zahl. Tabelle 4 zeigt die häufigsten Codes.
Tabelle 4. Häufige Fehlercodes (SCORM 1.2)
Code
Bedeutung
0
Kein Fehler.
101
Allgemeiner Fehler.
201
Ungültiges Argument.
301
Sitzung nicht initialisiert (LMSInitialize fehlt oder war schon LMSFinish).
401
Element vom LMS nicht unterstützt.
403
Element ist schreibgeschützt.
404
Element ist nur schreibbar.
405
Falscher Datentyp, zum Beispiel Text statt Zahl.
Die Vorschau der Werkstatt enthält einen Simulator, der solche Fehlercodes nachbildet und im Protokoll anzeigt. Damit lassen sich Fehlbedienungen finden, bevor ein Kurs in ein echtes System gelangt.
9 SCORM 1.2 und SCORM 2004
Tabelle 5. Vergleich der beiden verbreiteten Fassungen
Merkmal
SCORM 1.2
SCORM 2004
Status
Ein Feld für Abschluss und Erfolg
Zwei Felder: completion_status und success_status
Punktzahl
Ganzzahl-Bereich 0 bis 100
Normierte Punktzahl (score.scaled) von −1 bis 1
Zwischenspeicher
4096 Zeichen
64 000 Zeichen
Reihenfolge
Nicht geregelt
Regeln für Sequencing und Navigation
Funktionsnamen
LMSInitialize usw., Objekt API
Initialize usw., Objekt API_1484_11
Verbreitung
Sehr hoch, nahezu überall unterstützt
Hoch, aber uneinheitlich umgesetzt
Die Wahl hängt vom Bedarf ab. Für lineare Kurse mit Quiz genügt SCORM 1.2 in der Regel vollständig und ist in der Praxis robuster, weil weniger Auslegungsspielraum besteht. SCORM 2004 lohnt sich, wenn Abschluss und Erfolg getrennt erfasst oder komplexe Verzweigungen im Kurs abgebildet werden sollen.
10 Grenzen und Nachfolger
SCORM stammt aus der Zeit, in der Lernen vorwiegend am Computer im Browser stattfand. Daraus ergeben sich Einschränkungen, die in der Praxis spürbar sind.
Browserbindung. Der Kurs muss in einem Browserfenster laufen, das mit dem LMS verbunden bleibt. Offline-Nutzung und mobile Apps sind nicht vorgesehen.
Gleiche Herkunft. Wegen der Sicherheitsregeln der Browser muss das Paket vom LMS selbst ausgeliefert werden.
Begrenzte Aussagekraft. Erfasst werden Status, Punktzahl, Zeit und einzelne Antworten. Lernaktivitäten ausserhalb des Kurses oder differenzierte Verläufe werden nicht abgebildet.
Uneinheitliche Umsetzung. Systeme legen die Spezifikation unterschiedlich aus, vor allem beim Zusammenspiel von Punktzahl und Status. Jedes Paket sollte im Zielsystem getestet werden.
Die Experience API (xAPI) löst einige dieser Probleme: Lernaktivitäten werden als einzelne Aussagen der Form «Akteur, Tätigkeit, Objekt» an einen separaten Speicher gesendet, der Learning Record Store genannt wird. Das Profil cmi5 beschreibt, wie xAPI mit dem Start eines Kurses aus einem LMS kombiniert wird, und gilt als vorgesehener Ersatz für SCORM. In der Praxis bleibt SCORM wegen der grossen Zahl bestehender Kurse und Systeme weit verbreitet.
11 Umsetzung in der Werkstatt
Die Werkstatt erzeugt Pakete nach SCORM 1.2 mit einem einzigen Lernobjekt. Der Kurs wird als Datei course.js abgelegt, der Player (player.js) stellt ihn dar und kommuniziert über scorm-api.js mit dem LMS. Die folgenden Angaben beschreiben das Verhalten des Players.
Tabelle 6. Meldungen des Players an das LMS
Zeitpunkt
Gemeldet
Start
incomplete, falls noch kein Status besteht. Ein früherer Fortschritt wird aus suspend_data und lesson_location wiederhergestellt.
Während der Bearbeitung
Aktuelle Seite als lesson_location (zum Beispiel seite-3), beantwortete Fragen und besuchte Seiten kompakt als suspend_data.
Kriterien erfüllt
passed oder completed, je nach Einstellung im Export. Bei Quiz-Kriterium zusätzlich score.raw, score.min und score.max.
Quiz nicht bestanden
failed, sobald alle Fragen beantwortet sind und die Mindestpunktzahl nicht erreicht wurde.
Ende
session_time, exit (suspend bei unvollständigem Durchgang, sonst leer), dann LMSCommit und LMSFinish.
Ein bereits erreichter Status passed oder completed wird bei einem späteren Besuch nicht verschlechtert. Die Punktzahl wird erst gemeldet, wenn alle Quizfragen des Kurses beantwortet sind, damit zwischendurch keine irreführenden Teilergebnisse im LMS erscheinen. Das Manifest enthält ein adlcp:masteryscore, wenn die Mindestpunktzahl als Kriterium gewählt wurde.
IMS Global Learning Consortium: IMS Content Packaging Specification, Version 1.1.
IEEE 1484.11.1: Standard for Learning Technology – Data Model for Content Object Communication; IEEE 1484.11.2: ECMAScript Application Programming Interface for Content to Runtime Services Communication.
ADL: Experience API (xAPI) und cmi5, Spezifikationen.
Praxis
E-Learning, das wirklich funktioniert: 10 Best Practices für bessere Online-Kurse
Jeder kennt sie: E-Learnings, die man mit „Weiter, weiter, weiter" durchklickt, um am Ende ein Zertifikat zu bekommen und nichts behalten zu haben. Das muss nicht sein. Gutes E-Learning ist keine Frage der Technik, sondern des Designs. Hier sind zehn Best Practices, die den Unterschied machen.
1 Mit dem Lernziel beginnen, nicht mit dem Inhalt
Bevor Sie die erste Folie bauen, beantworten Sie eine Frage: Was sollen die Lernenden nach dem Kurs konkret anders oder besser tun können?
Formulieren Sie Lernziele handlungsorientiert. „Die Teilnehmenden kennen den Datenschutz" ist schwammig. „Die Teilnehmenden erkennen eine Phishing-Mail und melden sie korrekt" lässt sich dagegen überprüfen. Alles, was nicht auf ein Lernziel einzahlt, fliegt raus.
2 Die Zielgruppe wirklich kennen
Eine Pflegekraft im Schichtdienst lernt anders als ein Entwickler im Homeoffice. Klären Sie vorab:
Welches Vorwissen ist vorhanden?
Auf welchem Gerät wird gelernt (Smartphone, Laptop, Tablet)?
Wie viel Zeit steht realistisch zur Verfügung?
Was motiviert die Menschen, und was nervt sie?
Schon ein kurzes Gespräch mit drei bis fünf Personen aus der Zielgruppe spart später viel Überarbeitung.
3 Kurz und modular: Microlearning schlägt Marathon
Das Arbeitsgedächtnis ist begrenzt. Lerneinheiten von 5 bis 10 Minuten, die je ein Thema oder Lernziel abdecken, werden besser behalten und lassen sich leichter in den Alltag einbauen. Ein Bonus: Module sind wiederverwendbar und einzeln aktualisierbar.
4 Weniger Text, mehr Struktur
Bildschirme sind keine Bücher. Bewährt haben sich:
ein Gedanke pro Seite oder Folie
kurze Sätze, aktive Sprache, direkte Ansprache
aussagekräftige Zwischenüberschriften
viel Weißraum und gut lesbare Schrift
Grafiken, Diagramme und kurze Videos sind dann am wirksamsten, wenn sie etwas erklären. Reine Dekoration lenkt eher ab. Stockfoto-Händeschütteln hilft niemandem beim Lernen.
5 Aktivieren statt berieseln
Wissen bleibt hängen, wenn man es anwendet. Bauen Sie daher regelmäßig Interaktion ein, und zwar sinnvolle, nicht nur Klick-Effekte:
Szenarien und Entscheidungen: „Was tun Sie in dieser Situation?" mit Konsequenzen für jede Wahl
Kurze Wissenschecks zwischendurch statt nur eines Tests am Ende
Praxisaufgaben, die direkt auf den Arbeitsalltag übertragbar sind
Reflexionsfragen: „Wo begegnet Ihnen das in Ihrem Alltag?"
6 Relevanz sichtbar machen
Erwachsene lernen, wenn sie den Nutzen erkennen. Sagen Sie gleich zu Beginn, warum das Thema für die Lernenden wichtig ist und was sie davon haben. Arbeiten Sie mit Beispielen aus der echten Arbeitswelt Ihrer Zielgruppe. Je näher am Alltag, desto größer der Transfer.
7 Feedback, das weiterhilft
„Falsch" ist kein Feedback. Gutes Feedback erklärt, warum eine Antwort richtig oder falsch ist, und verweist bei Bedarf auf die passende Stelle im Kurs. Das macht Fehler zu Lernchancen und nimmt die Angst vor Tests.
8 Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken
Barrierefreie Kurse nützen allen, nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen:
ausreichende Kontraste und skalierbare Schrift
Alternativtexte für Bilder
Untertitel und Transkripte für Videos
vollständige Bedienbarkeit per Tastatur
klare, einfache Sprache
Nachträglich ist das deutlich aufwendiger als von Anfang an.
9 Technik testen, bevor Lernende es tun
Nichts killt die Motivation schneller als ein Kurs, der nicht lädt, auf dem Handy kaputt aussieht oder den Lernfortschritt nicht speichert. Testen Sie vor dem Livegang auf verschiedenen Geräten und Browsern. Wenn Sie ein LMS einsetzen, prüfen Sie außerdem, ob Abschluss, Punktzahl und Lesezeichen korrekt zurückgemeldet werden.
10 Messen, auswerten, verbessern
Ein Kurs ist nie „fertig". Nutzen Sie die vorhandenen Daten:
Wo steigen Lernende aus?
Welche Fragen werden besonders oft falsch beantwortet?
Wie bewerten die Teilnehmenden den Kurs?
Verändert sich das Verhalten im Arbeitsalltag?
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Entscheidend ist nicht, ob der Kurs abgeschlossen wurde, sondern ob er etwas bewirkt hat. Kleine Anpassungen auf Basis dieser Erkenntnisse bringen oft mehr als ein komplettes Redesign.
11 Fazit
Gutes E-Learning ist zielgerichtet, kurz, aktivierend, relevant und zugänglich. Wer seine Lernenden ernst nimmt, ihnen Zeit spart und ihnen echte Handlungskompetenz mitgibt, wird mit höherer Motivation und besseren Ergebnissen belohnt.
Starten Sie klein: Wählen Sie einen bestehenden Kurs und prüfen Sie ihn anhand dieser zehn Punkte. Sie werden schnell sehen, wo das größte Verbesserungspotenzial liegt.
Vorschau
So sieht der Kurs im LMS aus. Rechts siehst du, was gemeldet wird.